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Kritik auf Zeitungsartikel im "Freien Wort" Suhl

In einer demokratischen Verfasstheit sind Dialoge  und Toleranz unabdingbar.

Die deutschen Medien berichten täglich über den Überfall Russlands auf die Ukraine. Das ist anerkennenswert. Es gibt kaum authentische Berichte von Journalisten vor Ort. Allerdings werden für die Nachrichten  lediglich  Berichte und Informationen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland übernommen, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können. So ist eine objektive Nachrichtenlage kaum mehr möglich. 
Das trifft auch auf die unterschiedlichen Meinungen zu diesem Konflikt zu.  Aus diesem Grund veröffentlichen wir eine Wortmeldung von Diakon Lutz Stiehler, bis 2019 Geschäftsführer der Diakonie Suhl,  auf einen Artikel im „Freien Wort“ Suhl (wir berichteten davon), gerichtet an den Vorsitzenden der Deutsch-Russischen Freundschaftsgesellschaft in Thüringen e.V., Dr. Martin Kummer. 
Herr Stiehler hat inzwischen von der Ortsgruppe Suhl der DRFG ein Gesprächsangebot erhalten um die aufgeworfenen Aspekte zu diskutieren.
Wortmeldung: 
„Sehr geehrter Herr Dr. Kummer,
ich wende mich wegen des beiliegenden Artikels an Sie als Vorsitzenden der Deutsch Russischen Freundschaftsgesellschaft in Thüringen e.V. .
Ich  vermisse in dem Artikel eine eindeutige Verurteilung des mit nichts zu begründenden Angriffskrieg Russlands in der Ukraine durch die Freundschaftsgesellschaft. Mit dem Hinweis: “Eindeutig verurteilt wurde jede Form von kriegerischen Auseinandersetzungen, egal ob in der Ukraine, auf dem Balkan, im Irak oder in Syrien“ drückt sich meiner Meinung nach die Freundschaftsgesellschaft vor einer klaren Kritik an Putins Krieg gegen Millionen unschuldiger Menschen in der Ukraine und seiner unverantwortlichen Opferung von tausenden junger russischer Soldaten. In dem Artikel lese ich kein Wort über diese Opfer und die Verantwortlichen für die tausendfache Morde an der Ukrainischen Bevölkerung, die bewusste Zerstörung der Infrastruktur, Wohnungen, sozialen und Kulturellen Einrichtungen in der Ukraine. Ist das ein Versäumnis, oder eine bewusste Unterlassung? Die Einstellung der Freundschaftsgesellschaft zu Sanktionen: “Wir lehnen jegliche Sanktionen ab, die nicht durch den UNO-Sicherheitsrat beschlossen werden und Perspektiven für ein friedliches Zusammenlaben der Völker zerstören.“ kritisiere ich sehr deutlich. Auch hier kann Unwissenheit „der Vater des Gedanken“ gewesen sein, doch muss ich leider vermuten, dass die Wortwahl bewusst gewählt wurde, um versteckt deutlich zu machen, dass die Freundschaftsgesellschaft die sehr wichtigen und leider noch zu schwachen Wirtschaftssanktionen aller demokratischen Länder gegenüber Russland kritisiert. Auch die Verantwortlichen der Freundschaftsgesellschaft werden wissen, dass die fünf ständigen Mitglieder im UNO Sicherheitsrat jede Beschlussvorlage des UNO Sicherheitsrat mit ihrem Veto zum Fall bringen können. Somit hat und wird Russland jede Beschlussvorlage, welche den von Russland zu verantwortenden Krieg und seine Folgen besonders für die Zivilbevölkerung verurteilt und die Reaktionen der zivilisierten und demokratischen Welt, z.B. in Form von Sanktionen mit seinem Vetorecht blockieren.
Ich gehe davon aus, dass Sie meine Kritik über die in dem Zeitungsartikel dargelegte gedankliche Ausrichtung der Deutsch Russischen Freundschaftsgesellschaft Südthüringen nachvollziehen können. Ich bitte Sie sich dafür einzusetzen, dass die Deutsch Russische Freundschaftsgesellschaft Südthüringen die von mir aufgeführten Unklarheiten eindeutig klarstellt.
Es wünscht Ihnen ein baldiges frohes Osterfest und grüßt Sie freundlich
Lutz Stiehler“   
Diesem Brief des Herrn Stiehler folgte am 24.04.2022 sein nochmaliges Statement zu besagtem Thema. Sie finden es hier >>>  
In einer demokratischen Verfasstheit sind Dialoge  und Toleranz unabdingbar. Toleranz bedeutet, andere Standpunkte und Lebensweisen zu akzeptieren und andere Meinungen zuzulassen. Gelebte Toleranz in einer Demokratie bedeutet aber nicht nur, andere Auffassungen zu dulden, sondern auch, dass wir aufeinander zugehen und auch andere Meinungen kennenlernen.
Insofern ist auch diese Wortmeldung kritisch zu hinterfragen. 
Gleichzeitig wollen wir die Diskussion zu diesem brisanten Thema anregen diesem Zusammenhang auf die Erkärung des Landesvorstands der DRFG vom 26.02.2022, denn jeder Dialog ist wertvoll!

Bitte nehmen Sie auch Bezug auf das Interview Dr. Kummer im Freien Wort vom 26.2.2022.

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