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Die 3.Spalte - Termine

Stand: 2019-01-29

 

Oktober 2019

Am Mittwoch, 02.Oktober 2019, zeigen wir um 17.00 Uhr im Objekt
der Rosa - Luxemburg- Stiftung in der Futterstraße 20 den österreichischen Spielfilm „Dunja" nach dem Roman "Der Postmeister". >>>

 

Am Samstag, 05. Oktober 2019, 10 -14 Uhr, Saal der Musikschule "Johann Nepomuk Hummel",Am Samstag Karl-Liebknecht-Strasse 1, in Weimar, Schicksale der Bauhäusler

Mittwoch, 9.Oktober 2019, 16.00 Uhr, Bibliothek am Domplatz 1, Erfurt - "Alexander Puschkin zu Gast" bei Literatur am Samowar 

Donnerstag, 10. Oktober 2019 um 18.00 Uhr, Konzert des Vokalensembles "Legenda" fällt aus!

Dezember 2019

Donnerstag, 05.12.2019, 18.00 Uhr Podiumsdiskussion 

„Europa und Russland: Konflikte und Kooperationen"

Universität Erfurt. Hörsaal.

Weitere Infos folgen

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Junge Leute aus Suhl machen Geschichte erlebbar

 

Broschüre gibt Einblick in Schicksal der Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion

 

Vier Schülerinnen der Lautenbergschule haben zum Schicksal von Zwangsarbeitern aus der ehemaligen Sowjetunion recherchiert. Ihre Ergebnisse sind in einer Broschüre erschienen, die jetzt öffentlich präsentiert wurde und über die "Freies Wort" kürzlich berichtet hat.

 

Zwangsarbeiterbroschüre

 

Siehe Zeitungsbeitrag vom 30.10.2019 >>>

Auf dem Gebiet des Deutschen Reiches mussten bereits ab 1933 Häftlinge der Konzentrationslager und anderer Haftstätten Zwangsarbeit unter Extrembedingungen leisten. Mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 wurden in Abstimmung mit dem Reichssicherheitshauptamt (RSHA) und in Zusammenarbeit mit der deutschen Wirtschaft so genannte „ausländische Zivilarbeiter“ – zur Zwangsarbeit rekrutierte oder gezwungene Menschen – als billige Arbeitskräfte im Deutschen Reich und den von den Deutschen besetzten Gebieten eingesetzt. Auch Kriegsgefangene wurden intensiv zu Schwerstarbeiten herangezogen. Auf nahezu jeder Baustelle und jedem Bauernhof, in jedem Industriebetrieb und auch in Privathaushalten wurden Menschen als Insgesamt befanden sich im Herbst 1944 auf dem Gebiet des „Großdeutschen Reiches“ fast 5,9 Millionen ausländische Zivilarbeiter, 1,9 Millionen Kriegsgefangene aus insgesamt 26 Ländern und rund 400 000 KZ-Häftlinge im Arbeitseinsatz. Die Hauptkontingente dieser Zwangsarbeiter kamen aus der Sowjetunion (2,8 Millionen), Polen (1,7 Millionen) und Frankreich (1,2 Millionen). Zu diesem Zeitpunkt waren ca. 33 Prozent aller Arbeitskräfte in der deutschen Wirtschaft Zwangsarbeiter. Die Zwangsarbeiter wurden jedoch nicht nur in der Industrie eingesetzt, sondern sie arbeiteten in fast allen Bereichen des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens, wie Dienstleistungseinrichtungen, Sozialeinrichtungen, kommunalen Verwaltungen, kirchlichen Einrichtungen und auch im persönlichen Umfeld der Deutschen z.B. als Haushaltshilfen. Ein sehr großer Teil der ausländischen Zivilarbeiter arbeitete in der Landwirtschaft. Das Alter der ausländischen Arbeitskräfte lag in der Regel zwischen 20 und 24 Jahren, konnte aber auch erheblich niedriger sein. Selbst Kinder mussten Zwangsarbeit leisten. Ein Drittel aller Zwangsarbeiter waren Frauen; unter den Arbeitskräften aus der Sowjetunion und aus Polen war sogar die Hälfte weiblichen Geschlechts und zumeist unter 20 Jahre alt. ausgebeutet.

Während des Zweiten Weltkriegs kam es auch im Land Thüringen und in den heute dazugehörigen ehemals preußischen Gebieten zum massenhaften Einsatz von Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen. Der Großteil der Zwangsarbeiter wurde in den vorhandenen industriellen Zentren in Erfurt, Eisenach, Nordhausen, Weimar, Sömmerda, Jena, Gera, Suhl/ Zella-Mehlis, Altenburg und Saalfeld zum Einsatz gebracht. Ende 1941 gab es alleine in Thüringen bereits 100.000 ausländische Arbeitskräfte. Nach einer Statistik für den Gauarbeitsamtsbezirk Thüringen vom Mai 1944 stieg diese Zahl auf 185.479; davon waren 112.519 Männer und 72.960 Frauen. Als „Ostarbeiter“ wurden insgesamt 86.806 gezählt. Weit über 8500 Zwangsarbeiter wurden in Suhl zur Zwangsarbeit unter teils menschenunwürdigen Bedingungen herangezogen.

So erfolgte z.B. die Kriegsgefangenen- und Zivilarbeiterzuteilung für die Rüstungsindustrie im Raum Suhl/Zehla-Mehlis und für die Kaliindustrie an der Werra über das Stammlager Bad Sulza. 

Auf dem Friedhof in Suhl - Dietzhausen befindet sich eine Kriegsgräberstätte für vier ehemals sowjetische Zwangsarbeiter/innen und 10 Kinder, welche in den Jahren 1941 bis 1945 aus der damaligen Sowjetunion nach Deutschland deportiert wurden und hier ums Leben kamen. Hier wird an die  792 Zwangsarbeitern der Waffenfabrik Krieghoff (heute in Ulm), die 210 der Metallfabrik Kober und den Zwangsarbeitern des Lagers Seßlestal Dietzhausen. Wie dabei Hubert Heiderich erläuterte, wurden hierher 55 Familien mit 124 Kindern aus der Ukraine deportiert. In Folge der unsäglichen Strapazen des Transportes, der harten Arbeitsbedingungen in den Gustloff-Werken und der extremen Mangelversorgung im Lager starben schon nach wenigen Tagen Kinder und insgesamt 11 Menschen. Jährlich wird ihrer mit einer Gedenkstunde und einer Kranzniederlegung gedacht.

 

Quelle: Landeszentrale für politische Bildung Thüringen ( ISBN 3-931426-67-X)

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