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Echt jetzt!? Sind unsere Medien zu staatsnah?

Wie glaubwürdig sind die deutschen Medien?

Günter R.Guttsche
Petra Welitschkin
Zeitung
stadt-zerbst.de

Stimmt das?

Die öffentlich-rechtlichen Medien sind dafür verantwortlich die Menschen zu informieren. Sie sollen freien Zugang zu jedweden Informationen bieten um somit für jedermann eine freie Meinungsbildung zu ermöglichen.

 

Dies scheint angesichts  des Krieges der Ukraine nicht in jedem Falle zuzutreffen. Augenfällig ist, dass die mediale Berichterstattung in diesen Tagen von Einseitigkeit und Russophobie nicht zu übertreffen ist. Es geht gegen Putin und seine Garde. Im Grunde genommen geht es aber auch gegen die "einfache" Russin und den "einfachen" Russen, also gegen die russische Zivilgesellschaft, gegen das russische Volk. Eigentlich gegen alle russischsprechenden Menschen. Dabei spielt es wohl keine Rolle, ob man Anhänger des "Putin-Regimes" ist oder in Opposition zu ihm stehen würde. Da bleiben Übergriffe und gesetzwidrige Handlungen nicht aus. Deren Beispiele gab es auch in Thüringen, von zerschnittenen Reifen bis zu verbaler und physischer Gewalt. Statistiken werden, wenn überhaupt, nur wenige veröffentlicht. Die Dunkelziffer ist wohl höher.
Aber. Die Russophobie begann nicht mit dem Ukrainekonflikt.
Sie braute sich im Westen schon lange zusammen und erreichte lediglich das aktuelle Ausmaß an Hysterie, als Moskau seinen Krieg gegen Kiew startete. Es offenbart sich ein tief sitzender Rassismus gegenüber dem russischen Volk. Rationales Denken wird im Ukraine-Konflikt mit Kriegshysterie, Hass und oft mit Fake News, über Bord geworfen. 
Ich denke es ist unser aller Aufgabe diesem Hass und der Ausgrenzung, auch gegen die hier lebenden russischsprachigen Bürgerinnen und Bürger entgegen zutreten, anstatt der Kriegsberichterstattung so noch mehr Raum zu geben. Mir stellt sich nun die Frage, inwieweit Berichte, die eindeutige Falschmeldungen (Fake News) beinhalten, dazu geeignet sind, den demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnissen der Gesellschaft zu entsprechen oder gar ein glaubwürdiges journalistisches Angebot darstellen. Diese Berichterstattung gebiert immer neuen Hass und entwickelt sich zu einer Tragödie nicht nur für die Russen, sondern für die ganze Menschheit.
News

So gesehen sind Leserzuschriften ein wichtiges Instrument zum Dialog mit den Leserinnen und Lesern der Zeitung. Wenn wir bedenken, dass Leserbriefseiten zu den am meisten gelesenen Rubriken in einer Zeitung gehören, dann sollten wir sie nutzen um dort unsere Standpunkte darzulegen.

Aus diesem Grunde dokumentieren wir heute einen Brief von Petra Welitschkin an die Chefredaktion Thüringer Allgemeine und persönlich an Herrn Martin Debes, den sie vor einigen Tagen verfasst hat. Es erscheint uns wichtig, dass das darin enthaltene Anliegen allen Mitgliedern unserer Gesellschaft und darüberhinaus weiteren Leserinnen und Lesern auch bei Nichtveröffentlichung in der Thüringer Allgemeinen zugänglich ist. 
Hier ist der Wortlaut des Schreibens: 
Sat, 14 May 2022 
Sehr geehrter Herr Chefredakteur Debes, 
seit 30 Jahren abonniere ich Ihre unabhängige Tageszeitung "Thüringer Allgemeine" und schreibe hin und wieder Leserbriefe an Ihre Redaktion bzw. Pressemitteilungen für den lokalredaktionellen Eichsfelder Teil Ihrer Zeitung.  Erst kürzlich würdigten Sie mit einem kurzem Dankschreiben und einem Kalendergeschenk meine diesbezüglichen Aktivitäten. 
Ich muss gestehen, dass ich leider schon oft der Versuchung widerstehen musste, das Zeitungsabonnement zu kündigen, insbesondere, weil mein Anspruch als kritische Leserin an eine tatsächlich politisch-ideologisch unabhängige, sachliche Berichterstattung in Bezug auf die veröffentlichten Beiträge in Ihrer Zeitung in vielen Fälle nicht erfüllt wird. Aktuell beziehe ich dies auf die Berichterstattung zu den komplexen Themen "Corona" und "Russland-NATO-Ukraine-deutsche Außenpolitik". 
Nur ein kleines persönliches Beispiel: Ich erinnere mich gut an eine mangelhafte Recherche in Bezug auf meine eigene Person, als vor 4 Jahren eine Neuauflage meines Buches "An Russland kann man nichts als glauben" (Erstauflage 2005) erschien und ich mein Buch in meiner Heimatstadt in einer Lesung in der Stadtbibliothek vorzustellen gedachte. 
Da wurde in der Ankündigung in Ihrer Zeitung auf der Kulturseite durch den verantwortlichen Redakteur mit unverkennbarer Ironie festgestellt- dass die linke Kommunalpolitikerin Petra Welitschkin nun unter die Bücherschreiber gegangen sei, um über ihre russischen Wurzeln zu berichten.
Man machte sich nicht einmal die Mühe, über die Herkunft meines russischen Familiennamens nachzudenken. 
Das Urteil stand fest, ohne mich noch den Inhalt meines Büchleins zu kennen. Desinteresse, gepaart mit Vereingenommenheit, das war mein Eindruck. Das Wort "russisch" muss scheinbar bei so manchem Redakteur "Bauchgrimmen" verursachen. 
Aber nun zu meinem eigentlichen Anliegen. 
Seit Anfang März 2022 gibt es im Eichsfeld eine Ortsgruppe Eichsfeld der Deutsch-Russischen Freundschaftsgesellschaft in Thüringen e.V. , die satzungsgemäß im Sinne der Völkerverständigung und des Friedens arbeitet. 
Als gewählte Vorsitzende der Ortsgruppe informierte ich die Lokalredaktion mit einem Beitrag über die Gründung und das Vorhaben, am 8. Mai auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof in Heiligenstadt eine Gedenkveranstaltung durchzuführen und bat um Veröffentlichung. 
Adressat der E-Mail waren die Lokalredaktion und sowie Frau Silvana T., die E-Mail-Adresse entnahm ich aus der Lokalzeitung. Der Beitrag muss also angekommen sein. Zwei Wochen später fragte ich bei Herrn Sebastian G. nach, weshalb der Beitrag nicht veröffentlicht wurde. Mir wurde erklärt, man habe die E-Mail nicht erhalten und im Übrigen sei Frau T. zuständig. Anschließend schickte ich sie zum wiederholten Mal an dieselben E-Mail-Adressen und am Folgetag erschien der Beitrag tatsächlich in der TA Eichsfeld.
Also kann der Grund nicht die unrichtige E-Mail-Adresse sein. Natürlich fragte ich mich nach dem Grund, dass der Beitrag zunächst "im Papierkorb landete". 
In der TA am 9. Mai berichtete die Lokalzeitung über eine Veranstaltung der Partei DIE LINKE, Kreisverband Eichsfeld, zum Tag der Befreiung auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof. Da die Ortsgruppe der DRFG e.V. am 8. Mai ihre eigene Veranstaltung zum Tag der Befreiung auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof durchgeführt hatte, an der über 60 Personen unterschiedlicher Nationalität aus dem Eichsfeld und aus den Nachbarkreisen teilnahmen, übersandte auch ich einen entsprechende Bericht an die Lokalredaktion der TA und an Frau T. Bis heute warte ich auf eine Veröffentlichung des Beitrages, der inzwischen durch neue Ereignisse im Eichsfeld nicht mehr aktuell ist und wohl nicht mehr veröffentlicht wird. 
Mir ist bekannt, dass ich keinen Anspruch auf die Veröffentlichung von Leserbriefen und Beiträgen in Ihrer unabhängigen Tageszeitung habe. Gleichwohl stellt sich für mich, nach meinen jahrelangen Erfahrungen auf diesem Gebiet die Frage: Nach welchen Kriterien wird vom wem entschieden, welche Beiträge der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und welche ihr vorenthalten werden? 
Die politisch-ideologische Ausrichtung der Beiträge in Bezug auf die Situation um die Ukraine / Russland / NATO, vertreten durch bestimmte Redakteure (u.a. Herrn S., Herrn K.), die meines Erachtens durch ihre Einseitigkeit der Berichterstattung glänzen, ist mir seit langem klar. 
Ich hoffe nicht, dass diese für mein Verständnis einseitige Ausrichtung auch für die Beiträge in Bezug auf die Tätigkeit der Ortsgruppe Eichsfeld der Deutsch-Russischen Freundschaftsgesellschaft Thüringen e.V. maßgeblich ist. 
Hochachtungsvoll 
Petra Welitschkin

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