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Brennt es bald auch in Mittelasien?

Zum Grenzkonflikt zwischen Kirgistan und Tadschikistan

Vortrag und Diskussion mit Bernd-Christian Hyckel, Gera

Wann: 10. November 2022, 15:30 Uhr
Wo: ZIM - Rosa-Luxemburg-Str. 50   99095 Erfurt

Eintritt: frei

Kirgistan
Kirgisistan ist ein von rauer landschaftlicher Schönheit geprägtes zentralasiatisches Land an der Seidenstraße, der alten Handelsrou- te zwischen China und der Mittelmeerregion. Im Tien-Shan- Gebirge, das die alte Karawanenstraße umgibt und die Landschaft beherrscht, leben Schneeleoparden, Luchse und Marco-Polo- Schafe.
Im Süden liegt die jahrtausendealte Stadt Osch, deren großer, geschäftiger Basar einst zu den Handelsplätzen der Seidenstraße gehörte.

Die Grenzen im Ferganatal sind seit langem umstritten. Nur zwei Drittel der 971 Kilometer langen tadschikisch-kirgisischen Grenze sind demarkiert.
Während sich die Staatsoberhäupter von Tadschikistan und Kirgistan, Emomali Rahmon und Sadyr Dschaparow, auf dem Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Samarkand die Hand schüttelten, ist der seit langem zwischen ihren Ländern schwelende Grenzkonflikt mit neuen Kämpfen und mehr als 100 getöteten Menschen eskaliert.

 

Die ersten Konflikte und Zusammenstöße gab es bereits zu Sowjetzeiten. Danach begannen die sowjetischen Behörden, dem Problem ihre Aufmerksamkeit zu widmen. Es wurden zwar viele Kommissionen eingerichtet, aber es wurde nichts gelöst. Danach existierte dieser Konflikt fast 23 Jahre in latenter Form. Es kam die ganze Zeit über zu Zusammenstößen.
Allerdings hat sich der Charakter der Konflikte verändert. Fanden diese vor 2014 „nur“ zwischen der ansässigen Bevölkerung statt, so waren ab 2014 erstmals auch Grenzschutzbeamte beider Seiten beteiligt, und die Schusswechsel begannen und erreichten eine neue Eskalationsstufe.
Parteien waren nicht mehr „nur Gemeinden“, sondern auch das Militär. Dabei geht es um Wasser und um territoriale Ansprüche.
Nach Agenturmeldungen kam es seit dem 14. September 2022 an mehreren Grenzabschnitten zu Schusswechseln. Doch ab dem 16. September erreichte der Konflikt eine neue Qualität, als beide Staaten zu schweren Waffen griffen.
Dieser ungelöste Grenzstreit bildet aber nur eine Komponente im Bericht von Herrn Hyckel.
Breiten Raum werden auch die Schönheit von Natur, Bergen und der Alltag der Menschen dieses kleinen Landes der ehemaligen Sowjetunion erfahren. Der Referent ist seit den 1990er Jahren mehrmals jährlich Gast in Kirgistan und deshalb nicht nur mit der Wirtschaft sondern auch mit der politischen Situation bestens vertraut.

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