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Tag der Offenen Tür im ZIM

Gruppe der Deutschen aus Russland lud zu Gesprächen ein

Deutsche aus Russland gehören zur Gruppe der (Spät-)Aussiedler*innen in Deutschland. Sie sind rechtskräftig gleichgestellte bundesdeutsche Bürger*innen, die unter anderem aufgrund ihrer spezifischen Geschichte und Kultur für die politische Bildung als wichtige Zielgruppe zu betrachten sind. So heißt es offiziell.
Denn die Deutschen aus Russland waren immer Deutsche. Ihre Lebensgeschichten zeichnen sich durch besondere Auswanderungs- und Migrationsgeschichten aus. Obwohl sie mehrere Generationen und Jahrhunderte in Russland gelebt haben, haben sie doch ihre kulturelle Zugehörigkeit zu Deutschland nie verloren, sondern ihre alten Traditionen aufrechterhalten und neue Traditionen erschaffen. Da es zwei Millionen Deutsche aus Russland gebe, die im Laufe der Jahre nach Deutschland zurückgekehrt seien, ist es von großer Wichtigkeit, dass ihrer Geschichte und Vergangenheit eine besondere Bedeutung zukomme.
Tag der Offenen Tür 2021/1
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Auch in Thüringen gründete sich vor nunmehr 20 Jahren eine landesweite Gruppe der Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion. In Erfurt hatte Tamara Barabasch die Vorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V., Orts- und Kreisgruppe Erfurt zu einer kleinen Runde im Rahmen des "Tages der Offenen Tür" in das Zentrum für Integration und Migration eingeladen. Die Mitglieder unserer Ortsgruppe Petra Mühlmann und Dr. Wolfgang Geist nahmen diese Einladung gerne an.
Frau Barabasch verwies darauf, dass in den vergangenen Jahren Fortschritte bei der Integration der Deutsche aus Russland erreicht worden sind und der Ausspruch in „Russland waren wir Deutsche und hier in Deutschland sind wir Russen“ immer mehr an Bedeutung verliert. Trotz  dieser positiven Entwicklung sei es in den ersten Jahren sehr schwer gewesen zu einer echten Integration zu gelangen. 
Es lag auch daran, dass es für die Aussiedler kaum Möglichkeiten gab, in Deutschland in ihren alten Berufen zu arbeiten, da ihre Berufsqualifikationen oft nicht anerkannt wurden. Dennoch stand der Wunsch nach Arbeit und der Wille auf eigenen Beinen zu stehen im Vordergrund der Aussiedler, was nicht zuletzt dazu führte, dass sich die meisten dennoch ein gutes Leben in Deutschland aufbauen konnten. Auch dadurch  das in den Familien der Spätaussiedler neue Generationen herangewachsen sind, für die diese Unterschiede in ihrem Leben kaum noch eine merkliche Rolle spielen. Die Arbeit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V., für die sowohl Tamara Barabasch als auch Lilli Schäfer tätig sind, bestehe darin, die Kulturen und Traditionen der Deutschen aus Russland auch in Deutschland zu bewahren. Nicht zuletzt führte auch die Aufklärungsarbeit der Landsmannschaft dazu, dass ein Gefühl für Sprache entstanden sei und die Deutschen aus Russland als eben diese bezeichnet werden und eben nicht mehr als Russlanddeutsche. Eine weitere Tätigkeit der Landsmannschaft besteht darin, die Aussiedler in Deutschland zu unterstützen. Denn obwohl die meisten Aussiedler gut Deutsch sprechen, haben sie dennoch Schwierigkeiten mit der Beamtensprache. Deshalb unterstützt die Gruppe der Deutschen aus Russland die Aussiedler bei Besuchen auf Ämtern und dem Ausfüllen von Dokumenten. Zusätzlich bieten sie Sprachkurse an und arbeiten aktiv daran, ihre alten Traditionen nicht zu vergessen.
Fotos: Petra Mühlmann
Text: Günter R. Guttsche

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