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DEUTSCH-RUSSISCHES VERHÄLTNIS GESTERN UND HEUTE

Renommierte russische Autor*innen reflektierten das deutsch-russische Verhältnis


Traditionsgemäss fanden am 1. September 2021, dem Weltfriedenstag zahlreiche Kundgebungen und Veranstaltungen in Thüringen statt. So in Eisenach, Erfurt und anderen Städten des Freistaates.
Ein wichtiges Ereignis mit internationaler Beteiligung  war zweifellos die politisch-literarische Veranstaltung das "DEUTSCH-RUSSISCHE VERHÄLTNIS GESTERN UND HEUTE, die den faschistischen Überfall auf die Sowjetunion und aktuelle Sichtweisen auf die heutige Russische Föderationzum Thema hatte. Sie wurde in enger Zusammenarbeit mit regionalen und überregionalen Partnern organisiert.
Bedingt durch die Pandemiesituation in Deutschland und der Russischen Föderation musste die Veranstaltung vom 19. Juni 2021 auf den 1. September 2021 verschoben werden. Dies stellte eine große Herausforderung an das ehrenamtlich tätige fünfköpfige Organisationsteam unter Leitung von Heidrun Sedlacik und Prof. Christina Parnell, dar. Hilfreich war ebenfalls, das Projekt dankenswerterweise in das Programm des Internationalen Kunstfestes Weimar 2021 aufzunehmen. Eine Idee, die Schule machen sollte. Leider war es den drei russischen AutorInnen nicht möglich in Präsenz anwesend zu sein, sodass kurzfristig eine Telebrücke von Weimar nach Moskau und Sankt Petersburg geschaltet werden musste. Ein hoher technischer Aufwand der der Qualität dieses Abends keinen Abbruch bescherte. 
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Zu Beginn der Veranstaltung eröffnete Volker Hinck von der  Rosa Luxemburg Stiftung Erfurt im eigenen Namen und namens des Landesverbands der Deutsch-Russischen Freundschaftsgesellschaft in Thüringen e.V. und seiner Ortsgruppe Weimar den Abend und stellte die Protagonisten dieses Gedenkabends vor.
Die junge Künstlerinnen Sophia Schumann (Klavier), Magdalena Kleinjung (Violine) spielten einfühlsam Stücke aus Werken von Sergej Wassiljewitsch Rachmaninow("Vocalise für Violincello und Klavier nach op. 34 Nr. 14") und Michail Iwanowitsch Glinka ("Die Lerche").
Mit großer Aufmerksamkeit  verfolgten die, wegen der Pandemiesituation leider nur zur Veranstaltung zugelassenen 40 Besucherinnen und Besucher im Auditorium Maximum der Bauhausuniversität Weimar die Lesungen der Schauspielerin Elke Wieditz und Bernd Lange vom Deutschen Nationaltheater Weimar, die aus Werken von Tschingis Aitmatow ("Goldspur der Garben"), Ales Adamowitsch ("Henkersknechte"), Daniil Granin ("Die schöne Uta" und "Das Blockadebuch - Aus dem Tagebuch des Jura Rjabkin") sowie Wassil  Bykau ("Die dritte Leuchtkugel") vortrugen. 
Frau Prof. Christina Parnell und die Dolmetscherin Frau Vera Steinhagen übernahmen die Moderation und Übersetzung und stellten die online zugeschalteten AutorInnen vor.
Der Schriftsteller und Drehbuchautor Michail Kuraev,»Blok-Ada« (»Höllenblock«), einer der letzten Überlebenden der Leningrader Blockade, legte eindringlich Zeugnis ab von den körperlichen und seelischen Verwundungen der Menschen die die Blockade überlebten, indem er sagte: "Die Zeit geht dahin aber es gibt Wunden die am Körper schneller heilen als an der Seele. Das sollte jeder Generation von Neuem vor Augen geführt werden muss. In diesem Zusammenhang fiel der Puschkinsche Satz „Respekt vor der vor der Vergangenheit ist die Eigenschaft, die Bildung von der Barbarei unterscheidet“.
Svetlana Vasilenko, Vorsitzende der UNION RUSSISCHER SCHRIFTSTELLER, erinnerte mit ihrer Erzählung »Mama und die Siegesparade« an die Lebensleistung der Müttergeneration. An ihren Opfermut Gefängnis und Folter zu überstehen und den Wiederaufbau des zerstörten Landes mitzugestalten.
Nadežda Ažgichina, Vorsitzende des Moskauer PEN, reflektierte in »Das tränende Herz« das Leben dreier Frauengenerationen im sowjetischen und postsowjetischen Russland. In der sich anschliessenden Diskussion stellten sich alle drei Autoren den Fragen aus dem Auditorium. Einig waren sie sich darüber, dass über das Gedenken an die Millionen Opfer und an die Blockade von Leningrad wie es heute mancherorts geschieht „kein Gras darüber wachsen“ darf. Die Erziehung der heutigen Jugend zu Frieden und Verständigung steht auch weiterhin im Fokus., um die Erfahrungen und Entbehrungen der älteren Generation zu bewahren.
Anlass Bilanz zu ziehen: Die Mühen haben sich gelohnt.
Auch wenn der Abend mit einiger unverschuldeter Verspätung begann, war er, so die Meinung der meisten Besucherinnen und Besucher ein voller Erfolg, an der die Ortsgruppe Weimar mit Heidrun Sedlacik und ihren fleissigen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern ihren Anteil hatte.
Ein nicht minder herzliches Dankeschön geht an Frau Professorin Christina Parnell und die Dolmetscherin Frau Vera Steinhagen,  die mit ihrem Einsatz in der Vorbereitung und bei der Moderation der Veranstaltung Großes geleistet haben.
Anlass aber auch für die Zukunft einige Lehren in Sachen Organisation zu ziehen.
Dazu beigetragen haben ebenfalls die Förderer und Unterstützer dieses Projektes:
  • die Rosa Luxemburg-Stiftung Thüringen, 
  • die Alternative 54 e.V. und
  • der Spendenverein der Bundestagsabgeordneten mit Herrn Ralf Lenkert,
  • das Kunstfest Weimar mit Herrn Rolf C. Hemke,
  • die Stadt Weimar und
  • der lokale Aktionsplan Weimar,
  • die Stiftung West-Östliche Begegnungen Berlin,
  • der DGB Thüringen mit Frau Renate Licht und
  • der VVN-BdA Thüringen mit Frau Kati Engel.
Ein Dank geht auch an die Crew der Technik, die unter der Leitung von Diplomingenieur Udo Nauber Großartiges geleistet hat.
Allen Akteuren noch einmal ein von Herzen kommendes Dankeschön!
Text: Günter R. Guttsche
Fotos: Heidrun Sedlacik

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