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Buchlesung in Weimar mit Petra Welitschkin

Autorin ist von der „russischen Seele" geprägt

 

von Heidrun Sedlacik

Unser Gast Petra Welitschkin las aus Ihrem Buch „An Russland kann man nichts als glauben“ vor interessiertem Publikum. Es war die erste öffentliche Veranstaltung im neuem Wahlkreisbüro von der Bundestagsabgeordneten Martina Renner in Weimar-West. Interessante Begegnungen fanden u.a. statt mit ehemaligen Umsiedlern und einer Studienkameradin von damals.

 

Welitschkin Lesung

 

In ihrem Buch blickte Petra auf ihre Vergangenheit betreffend ihres  Geschichtsstudiums zurück, aber auch auf das damalige Alltagsleben vor und nach dem Zerfall der Sowjetunion (SU). Heute geht auch dort die Schere zwischen Reich und Arm immer mehr auseinander, doch die Armen leisten keinen nennenswerten Widerstand. Im Buch beschreibt sie sowohl positive, aber auch negative Erinnerungen, Nachdenklichkeit, Wehmut, Dankbarkeit, aber auch Kritik und Selbstkritik. Den einfachen russischen Menschen, wünscht Sie von Herzen mehr Courage in eigener Sache und eine bessere Zukunft.


Welitschkin Lesung2

 

Die Autorin heiratete beim Studium der Geschichte an der Staatlichen Universität Woronesh (Russische Föderation) einen Russischen Kommilitonen und sie haben  zwei Kinder. Nach dem Studium bekamen sie Arbeit in Saporoshje (Ukraine) und blieben dort zwei Jahre. Dort erlebten Sie hautnah die gesellschaftlichen Umbrüche in der Sowjetunion (SU) bis hin zu deren Auflösung. Danach wurden dort die Lebensbedienungen immer schlechter und deshalb zieht die Familie 1991 ins  Eichsfeld. Dort geht es ihnen wie vielen Ossis. 30 Jahre nach dem Mauerfall gibt es Benachteiligungen bei Lohn, Arbeitszeit, Rente und die Jugend geht immer noch GO-West. Familie Welitschkin hält weiter Kontakt zur Verwandtschaft in ziemlich ärmlichen Verhältnissen in Russland.
Heute ist Petra Welitschkin  Wahlkreismitarbeiterin von MdB Kersten Steinke. 

Sie war mutig und forderte bei der Landratswahl am 15. April 2018 den Landrat Dr. Werner Henning  (CDU) heraus und erreichte im katholischen Eichsfeld beachtliche 17,8 % der Stimmen. Ein Redakteur fragte Sie im Wahlkampf was für sie ein politisches und menschliches No-Go ist. Ihre Antwort:  „Die Ausgrenzung anderer Menschen, Gewalt, Arroganz und Wendehalsmentalität“.

Sehr gut beschreibt den Nationalcharakter des russischen Volkes Fjodor Iwanowitsch Tjuttschew (1803-1873):

Verstand wird Rußland nie verstehn,
Kein Maßstab sein Geheimnis rauben;
So wie es ist, so lasst es gehn –
An Rußland kann man nichts als glauben.

Der kühle, wägende Verstand
Kann Rußlands Wesen icht verstehen;
Denn dass es heilig ist, dies Land,
Das kann allein der Glaube sehen. 

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