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Die 3.Spalte - Termine
Stand: 2026-03-05
Unsere Termine 2026
Monat Juni 2026
Buchlesung mit Dr. Inge Pardon, Berlin zu ihrem Buch „Tulpanow – Stalins Macher und Widersacher. Die Biografie"im ZIM, am Mittwoch, 10. Juni , um 16.00 Uhr.
85. Jahrestag des Überfalls von Nazideutschland auf die Völker der Sowjetunion- Gedenken am 22.06.2026 um 16.00 Uhr am Sowjetischen Ehrenmal auf dem Erfurter Hauptfriedhof. Anschliessend Gedenken auf den Erfurter Anger gegen 17.30 Uhr.
Gedenken am 22.06.2026,um 18.30 Uhr auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof in Heilbad Heligenstadt.
Gedenken an den Überfall des faschistischen Deutschlands auf die Völker der Sowjetunion am 22.Juni 1941", am 23.06.26 um 17.00 Uhr in Weimar, im Park an der Ilm.
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Erste Atomstadt der UdSSR
70 Jahre Obninsk
Obninsk wurde offiziell am 24. Juli 1956 vor 70 Jahren gegründet. Die Stadt entstand aus einer Siedlung für Arbeiter, die das weltweit erste Atomkraftwerk bauten. Sie liegt in der Oblast Kaluga, etwa 110 Kilometer südwestlich von Moskau. Im Juni 1954 ging in Obninsk das weltweit erste Kernkraftwerk in Betrieb, das Strom an ein öffentliches Netz lieferte.
Der Ort entwickelte sich schnell zu einem Zentrum für Kernphysik, Nukleartechnik und Radiologie. Später erhielt Obninsk als erste Ortschaft in Russland den offiziellen Status einer „Wissenschaftsstadt“ (Naukograd).
Die Stadt liegt am Fluss Protwa und war zu Sowjetzeiten zeitweise eine streng überwachte, geschlossene Stadt für die geheime Forschung. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 startete die Sowjetunion eine gezielte Suchaktion nach deutschen Spezialisten aus dem nuklearen Forschungsprogramm des Dritten Reiches („Uranverein“).
Heinz Pose als Schlüsselfigur: Der Dresdner Atomphysiker Prof. Dr. Heinz Pose wurde im Herbst 1945 angeworben und Anfang 1946 direkt nach Obninsk geschickt. Er erhielt den offiziellen Auftrag, das dortige Geheimlabor „Labor V“ von Grund auf zu errichten und das wissenschaftliche Personal auszuwählen.
Das deutsche Kontingent:
Pose reiste zurück in die sowjetische Besatzungszone und rekrutierte gezielt deutsche Physiker, Chemiker und Techniker. Ganze Laboreinrichtungen, Materialien und Fachbibliotheken wurden aus Deutschland nach Obninsk transportiert. In Obninsk trafen zwei völlig unterschiedliche Gruppen aufeinander, die unter der administrativen Leitung des sowjetischen Geheimdienstes (NKWD) zusammenarbeiten mussten:
Deutsche Spezialisten:
Sie lebten mit ihren Familien in einer eigens errichteten deutschen Kolonie innerhalb des Geländes. Zu den Teams gehörten namhafte Wissenschaftler wie Dr. Karl-Heinrich Riewe oder Dr. Ernst Rexer.
Sowjetische Forscher: Die sowjetische Seite stellte absolute Spitzenkräfte wie Dmitri Blochinzew (späterer erster Direktor des Kernkraftwerks) und den Kernphysiker Alexander Leipunski.
Ein tragischer Aspekt:
Ein beachtlicher Teil des sowjetischen Fachpersonals bestand in den ersten Jahren aus politischen Gefangenen (Gulag-Häftlingen), die im Rahmen von Sonderforschungsstätten (Scharaschkas) arbeiten mussten.
Konkrete wissenschaftliche Beiträge
Das ursprüngliche Ziel der sowjetischen Führung war es, vom technologischen Vorsprung der Deutschen zu profitieren. Die sowjetische Ingenieurin Ninel Epatowa erinnerte sich später, dass die deutschen Unterlagen zeigten, dass das Team um Werner Heisenberg bei der Vorbereitung einer gelenkten Kettenreaktion mit Natur-Uran bereits sehr weit fortgeschritten war.
Poses deutsches Team erforschte in Obninsk Kernkonstanten und experimentierte intensiv mit Reaktoren, die Beryllium oder Berylliumoxid als Neutronenmoderator nutzten. Die Wissenschaftler untersuchten die Trennung von Isotopen und die Funktionsweise gasgekühlter Reaktoren, die mit angereichertem Uran betrieben wurden. Das verarbeitete Uran stammte zu großen Teilen aus den Minen der Wismut in der DDR.
Während die deutschen Forscher die physikalischen Messungen und theoretischen Berechnungen lieferten, lag die finale Konstruktion des eigentlichen Kraftwerksreaktors AM-1 ab 1951 primär in den Händen sowjetischer Ingenieure wie Nikolai Dolleschal. Die Beiträge der Deutschen flossen direkt in die Sicherheits- und Steuerungssysteme ein.
Lebensbedingungen und das Ende der Kooperation
Bis 1948 war das Gelände relativ offen. Als das sowjetische Atomprogramm jedoch an Fahrt aufnahm, wurde Obninsk komplett abgeriegelt und zur „geschlossenen Stadt“ erklärt.
Strengste Isolation: Die deutschen Wissenschaftler durften das Gelände nur noch unter Bewachung verlassen. Proteste oder Streiks (wie der von Dr. Riewe 1948) wurden rigoros unterdrückt.
Da die deutschen Forscher Staatsgeheimnisse der UdSSR kannten, durften sie nach dem Erreichen der Forschungsziele nicht sofort ausreisen. Ab etwa 1953/1954 wurden sie schrittweise von den sensiblen Kernprojekten abgezogen. Bis Mitte der 1950er Jahre (kurz vor der offiziellen Stadtgründung 1956) kehrten die meisten deutschen Wissenschaftler entweder in die DDR oder nach Westdeutschland zurück. Heinz Pose selbst blieb noch bis 1959 am Kernforschungsinstitut in Dubna, bevor er an die Technische Universität Dresden wechselte.
Quelle: KI
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