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ZDF - Das Russland-Bild der Ostdeutschen

In der ZDF Sendung "frontal" vom 24.05. 2022 versuchte der Autor Ingo Dell auf die Befindlichkeiten der Ostdeutschen einzugehen.

Sehen Sie hier das Video. Sie können es auch über den Link am Ende dieses Beitrages in der ZDF Mediathek ansehen.

 

 

Für viele ältere Menschen, auch in Thüringen, spielt die Erinnerung an die "Russen" noch heute eine wichtige Rolle. Brieffreundschaften, Studium, Heirat mit Partnerinnen oder Partnern und persönliche Erlebnisse mit den ehemals in der DDR stationierten sowjetischen Militärangehörigen sind Teil ihres Lebens geworden. Martin Kummers Einschätzung am Ende des Beitrages ist die Antwort auf viele Mitgleder bewegende Fragen.

Richtig bemerkt der Autor Ingo Dell, dass die Menschen als Bürger der DDR, 40 Jahre lang, bis zur Wende, mit der damaligen Sowjetunion in einer Wirtschafts- und Militärunion gelebt haben. Das hat nachgewirkt.

Die im Beitrag durch den Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk (Videofoto oben) genannten Zahlen sagen zumindest aus, dass das positive Verhältnis der Menschen zur Russischen Föderation nach wie vor besteht. 

Das ist ein Fakt, der sich auch nach vielen Jahren des Lebens in Gesamt-Deutschland nicht wegreden lässt, denn je mehr diese Erinnerung in den eigenen Lebenslauf der Menschen hineinragt, umsomehr kommen aus den Erfahrungen der Nachwendezeit, Fragen nach der propagierten "wertebasierten Politik" des Westens auf. In Rechnung muss man stellen, dass einige aus der älteren Generation leider die heutige Russische Föderation noch immer mit der ehemaligen Sowjetunion gleichsetzen.

Folgerichtig fragt der Autor, welche Rolle Russland mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung noch in den Köpfen der Ostdeutschen spielt und ob sich ihr Russland-Bild seit Beginn des Ukraine-Kriegs verändert hat? Leider gibt der TV Beitrag darauf keine allgemeingültige Antwort und wiederholt nur die bekannten gängigen Stereotypen.

Wen wundert es?

Ist es bloß der zum Dämon erklärte Putin "KGB-Agent" (US Präsident George W. Bush senior war von 1976 bis 1977 Direktor der CIA?) oder ist es auch die NATO unter Führung der USA, die nach dem Sieg im Kalten Krieg über alle Grenzen hinweg expandierte, bis zu den Kriegen in den Ländern des Nahen Ostens und dem würde- und hilflosen Abgang aus Afghanistan vom 31.08.2021, zu denen das jetzt so marktschreierische politische Personal in Berlin und Brüssel beharrlich schweigt, wie ein Grab. 

Bei millionenfachen Opfern, Tausenden von Menschenrechtsverletzungen in den letzten 30 Jahren, warum hat es in Berlin  da keinen Aufschrei gegeben? Oder war es die "Nibelungentreue" der deutschen Politik zu einer transatlantischen Großmacht? Hat eigentlich irgendeiner unserer Politikdarsteller in den letzten Jahren die Weltlage im Blick gehabt?
Bei allen Grausamkeiten, die der Krieg in der Ukraine offenbart. Er sollte nicht nur aus der emotionalen Perspektive betrachtet werden. Historiker erforschen die Fakten. Tränen verschleiern den Blick, sie schärfen ihn nicht.
Wir müssen auch Geschichte und Gegenwart, nationale wie internationale Umstände berücksichtigen, unvoreingenommen und wahrhaftig die Fakten prüfen. Nicht um zu relativieren, sondern um objektiv zu urteilen und gerecht zu handeln. 

All diese Fragen müssen im öffentlichen Disput erlaubt sein.

Wir wollen eine wahrhaftige "Zeitenwende für Abrüstung und Frieden", für gemeinsame Sicherheit im Haus Europa, für Nachhaltigkeit und die Lösung der globalen Probleme auf unserem Planeten. 
Darüber wird jetzt sehr viel geredet. Ich bezweifle aber, ob wir von der Europäischen Union, ihren politischen Eliten und ihren traditionellen, westlich-orientierten  Medien eine lösungsorientierte Politik, die darauf abzielt, erwarten können.

Seit vielen Jahren fühlt sich unser Verein mit allen Menschen in der ehemaligen Sowjetunion, nicht nur Russlands solidarisch verbunden. Das haben wir immer getan. Leider müssen wir feststellen, dass die Russophobie im Westen sich mit rasanter Geschwindigkeit verbreitet hat.  Die massive antirussische Propaganda in den deutschen und internationalen Medien entfaltetet heute ihre Wirkung nicht nur gegen die russische Regierung, ihr Militär und die Oligarchen, nein, sie vergiftet sogar das tägliche Leben der einfachen Bürger..  Alle Russen (und Menschen, die mit Russland in Verbindung gebracht werden), dafür zu bestrafen, das ist nicht nur brandgefährlich, sondern einfach absurd. Ein kompletter Abbruch aller Beziehungen auf zivilgesellschaftlicher Ebene würde jedes Fundament für einen möglichen Neuanfang in der Zukunft zerstören.

 

Haben wir Nichts aus der Geschichte gelernt?

 

Günter R. Guttsche

 

Video verfügbar bis 24.05.2024

https://www.zdf.de/politik/frontal/russland-und-ostdeutsche-hat-der-ukraine-krieg-das-verhaeltnis-geaendert-100.html

 

 

 

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