.

Beeindruckende Manifestation trotz Corona Pandemie

76. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora

 

Buchenwald 2021/1
Zum 76. Jahrestag haben  Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am 11.April 2021 an die Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora erinnert.
Im  Verlauf seiner Rede konstatierte Steinmeier: "Es ist nicht allein die Zahl der Toten, es sind die Umstände, unter denen Menschen in Buchenwald entrechtet und ausgebeutet, gequält und getötet worden sind, die den Schrecken dieses Ortes ausmachen und weiter sagte er, dass „sowjetische Kriegsgefangene und zur Zwangsarbeit deportierte Russen, Belarussen und Ukrainer die größte Gruppe im Konzentrationslager Buchenwald stellten. Für sie sah die pseudowissenschaftliche Rassenlehre der Nationalsozialisten keinen Platz in der menschlichen Gesellschaft vor. Ja, sie wurden ihr nicht einmal zugerechnet, ebenso wenig wie Juden und sogenannte Zigeuner. Sie waren zur Vernichtung vorgesehen, durch Arbeit, Hunger oder beides“.
Buchenwald 2021/3 Buchenwald 2021/2 Buchenwald 2021/5 Buchenwald 2021/7.Buchenwald 2021/4
Anfang 1945 hofften viele Häftlinge in den Konzentrationslagern auf ihre baldige Befreiung. Die deutsche Kriegsniederlage war nur noch eine Frage der Zeit. Doch das Morden in den Lagern und auf den Schauplätzen der Zwangsarbeit brach nicht ab. Im Gegenteil: Es eskalierte.
Das massenhafte Sterben endete nicht mit der Befreiung der KZ Buchenwald und Mittelbau-Dora am 11. April. Für viele auf Todesmärsche getriebene Häftlinge brachte erst die bedingungslose deutsche Kapitulation am 8. Mai 1945 ein Ende des Martyriums  und der Befreiung von den Qualen. Aber selbst danach starben  Häftlinge an den Folgen der KZ-Haft. 
Mittlerweile sind  76 Jahre sind seit der Befreiung der Konzentrationslager vergangen – die durchschnittliche Dauer eines Menschenlebens. Viele der damaligen Häftlinge sind bereits verstorben. 
Die meisten noch lebenden NS-Verfolgten waren 1945 Kinder oder Jugendliche. Einige von Ihnen sind als Zeitzeugen erreichbar und erzählen ihre Geschichte in Schulen und an anderen Bildungseinrichtungen.
"Buchenwald bedeutet für uns die Warnung: Es kann wieder passieren, wenn man nicht sehen will, was damals jeder sehen konnte und heute jeder sehen kann. Wenn man es nicht sehen will,…“, so sagen sie heute. 
Buchenwald 2021/6
Am Vormittag haben Mitglieder der Deutsch-Russischen Freundschaftsgesellschaft in Thüringen e.V. gemeinsam mit  Vertretern von Vereinigungen mit Blumen der Opfer der nazistischen Gräueltaten gedacht, so unter anderem am  Gedenkstein für die über 8000 ermordeten Kriegsgefangenen der Roten Armee. Heidrun Sedlacik sagte, das Mahnmal auf dem Ettersberg  ragt weit in die Landschaft und ruft allen, die sich der Kulturstadt Weimar nähern, zu: „Vergesst es nicht, erinnert Euch, erzählt Euren Kindern, was hier in „Buchenwald“  Schreckliches, kaum Vorstellbares passiert ist und wie es dazu kommen konnte.“
So wie damals kann es heute wieder passieren, dass  das Gift der Ausgrenzung, des Rassismus, von Hass und Hetze sich in die Mitte der Gesellschaft frisst. Seid Wachsam und wehret den Anfängen. Es sollte eine Aufforderung gerade an die Jugend sein, neugierig, weltoffen und wissbegierig zu sein und die geschichtlichen Zusammenhänge besser zu  erkennen.
Text: Günter R. Guttsche
Fotos: privat Heidrun Sedlacik

Dieser Artikel wurde bereits 577 mal angesehen.



.