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Wikipedia über Kriegspropaganda

Die Zehn „Gebote" der Propaganda

Die Prinzipien der Kriegspropaganda) ist der Titel eines mediensoziologischen Buches der Historikerin Anne Morelli. Das Buch erschien 2001, die deutsche Übersetzung 2004.

 

Der Leser kann sich selbst ein Bild machen wie in der heutigen Zeit Sprache als Propagandamittel im Krieg eingesetzt wird.

Wir schenken heute Lügenmärchen genauso Glauben wie die Generationen vor uns. Das Märchen von kuwaitischen Babys, die von irakischen Soldaten aus ihren Brutkästen gerissen wurden, steht dem von belgischen Säuglingen, denen man angeblich die Hände abgehackt hat (dies wurden den deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg zugeschrieben), in nichts nach. Beide haben ihren Zweck erfüllt, unser Mitgefühl zu wecken ... Vielleicht im ersten Golfkrieg noch bereitwilliger, hat sich doch die Kommunikation inzwischen zu einer perfekten Kunst entwickelt. Da ohne die Zustimmung der Bevölkerung heute ein Krieg weder erklärt noch geführt werden kann, haben sich die persuasiven Methoden, mit denen diese Zustimmung erreicht werden soll, immer mehr verfeinert. ... Das ist heute nicht anders. Jeder, der es wagt, legitime Fragen zu stellen, wird sofort als Marionette Putins oder Handlanger Russlands abgestempelt.
Die Schaffung eines geradezu hypnotischen Zustands, in dem sich die gesamte Bevölkerung im tugendhaften Lager des gekränkten Gutmenschen wähnt, entspricht wahrscheinlich einem pathologischen Bedürfnis. Wie gerne reden wir uns selbst und anderen ein, wir würden uns an einer noblen Operation beteiligen, das Gute gegen das Böse zu verteidigen

 

Quelle Wikipedia

 

Anne Morelli arbeitete in dem Werk die zehn „Gebote“ der Propaganda aus. Sie sind vor allem als Analyseraster für pädagogische und medienkritische Zwecke gedacht und sollen wertfrei bleiben.
Morelli will die Regelhaftigkeit von Propaganda-Prinzipien und Propaganda-Techniken im Bereich der Medien und der Gesellschaft aufzeigen:
„Ich werde nicht die Reinheit der Absichten der einen oder anderen untersuchen. Ich versuche nicht herauszufinden, wer lügt und wer die Wahrheit sagt, wer das glaubt, was er sagt, und wer nicht. Meine einzige Absicht ist es, die Prinzipien der Propaganda zu veranschaulichen, die benutzt werden, und ihr Funktionieren zu beschreiben.“ (S. 6)
Es erscheint der Autorin trotzdem unbestreitbar, dass nach den Kriegen, die unsere Epoche kennzeichnen (Kosovo, Zweiter Golfkrieg, Afghanistankrieg, Irakkrieg), die westlichen Demokratien und ihre Medienlandschaft thematisiert werden müssen. Anne Morelli aktualisiert die idealtypischen Formen verschiedener Inhalte von Propaganda.
Er schrieb unter anderem "In Kriegszeiten ist das Versäumnis zu lügen eine Nachlässigkeit, das Bezweifeln einer Lüge ein Vergehen und die Erklärung der Wahrheit ein Verbrechen."
Ponsonby hatte 20 Aspekte dargestellt, Morelli systematisiert sie in Form ihrer „zehn Prinzipien“.  

Hier gelangen Sie zum Inhalt:

1. Wir wollen keinen Krieg!


2. Der Gegner ist allein für den Krieg verantwortlich!


3. Der Führer des feindlichen Lagers wird dämonisiert


4. Wir verteidigen ein edles Ziel und keine besonderen Interessen!


5. Der Feind begeht wissentlich Grausamkeiten, wenn wir Fehler machen, geschieht dies unbeabsichtigt


6. Der Feind benutzt unerlaubte Waffen


7. Wir erleiden geringe Verluste, die Verluste des Feindes sind erheblich


8. Anerkannte Kulturträger und Wissenschaftler unterstützen unser Anliegen


9. Unser Anliegen hat etwas Heiliges


10. Wer unsere Propaganda in Zweifel zieht, arbeitet für den Feind und ist damit ein Verräter

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