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Wie weiter mit den Städtepartnerschaften in Russland?

Brücken zur Zivilgesellschaft nicht abreissen lassen!

 

Städtepartner Russ.

 

Es gibt mehr als 80 offizielle Kooperationen zwischen deutschen und russischen Städten. Der Krieg in der Ukraine führt jetzt in vielen Gemeinden zu kritischen Nachfragen.
Das Präsidium des Deutschen Städtetags sprach sich zuletzt dagegen aus, Partnerschaften mit russischen Städten zu beenden.
Städtepartnerschaften bieten einen unverzichtbaren Dialogkanal in die Zivilgesellschaften,  Nur so kann man den Gedanken der Völkerverständigung auf kommunaler Ebene verfolgen.
Auch in Thüringen gibt es dazu unterschiedliche Herangehensweisen.
Sollen Partnerschaften mit russischen Städten in diesen Zeiten ruhen und auf Eis gelegt werden?
Von den 61 Städten, die sich an einer "Spiegel" Umfrage beteiligten, habe aber keine ihre Partnerschaft grundsätzlich beendet. 44 Städte gaben laut an, dass die Partnerschaft in Kraft bleibe, darunter Braunschweig, Berlin und Cottbus. Auch Wolfsburg hält den Kontakt nach Toljatti am Leben.Suhl hat sich jetzt ganz klar dagegen entschieden und für den Erhalt der Beziehung mit Kaluga plädiert. Und in Gera bleibt die Beziehung zu Pskow unangetastet. Und Weimar, das gerade dabei ist, eine Partnerschaft mit der 200 Kilometer südlich von Moskau gelegenen Stadt Tula anzubahnen, treibt diese Bemühungen auf offizieller Ebene derzeit zwar nicht voran, will aber den Kontakt mit den Menschen in Tula aufrecht erhalten.
Das machte Weimarer Oberbürgermeister Peter Kleine bereits beim ersten Gedenken auf dem Theaterplatz am ersten Kriegstag deutlich. 
Der Suhler Entscheidung im Stadtrat vorausgegangen war eine Empfehlung aus der Staatskanzlei im Zusammenhang mit russischen Städtepartnerschaften, die sich inzwischen als Missverständnis entpuppt haben soll.
„Wir halten es für wichtig, auf unserer niedrigen, kommunalen Ebene den Dialog aufrechtzuerhalten“, wird Suhls Oberbürgermeister André Knapp im „Freien Wort“ zitiert.
Auch Dr. Martin Kummer, der Vorsitzende der Deutsch-Russischen Freundschaftsgesellschaft unterstützt das Vorhaben des Suhler Stadtrates. Martin Kummer betrachtet Aussöhnung als Langzeitprojekt. Es werde „Jahrzehnte dauern, ehe wieder Vertrauen entsteht.“
Er sieht eine historische Verantwortung der Deutschen für die Beziehungen zu Russland und zur Ukraine 
In einem Interview mit der Funke Mediengruppe (OTZ Gera) äusserte er sich explizit dazu. 

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