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Leserbriefe zum Denkmal in Suhl

In loser Folge veröffentlichen wir Zuschriften, die zum Denkmalstreit in Suhl geschrieben wurden.

 

Hier geht es zum Artikel im Freien Wort vom 6.4.2019 >>>

 

Schreiben Sie Ihre Meinung dazu an folgende Adresse: 

 

E-Mail lokal.suhl@freies-wort.de

oder

Freies Wort, Lokalredaktion,

Friedrich-König-Straße 6, 98527 Suhl.

 

Wir sind an Ihrer Meinung ebenfalls interessiert: 

info@drfg-th.de

 

Auch die Presseagentur "Sputniknews >>>> " interessierte sich für den Denkmalstreit und verweist auf Anschlag auf dem Nordhäuser Friedhof

 

Die neuesten Leserbriefe

 

 

Hubert Heiderich

Franz Mehrig Straße 17

985727 Suhl

 

 

Leserbrief  zum Artikel „Nachdenken über ein Denkmal“ vom  06.04.2019

 

  Als Vorsitzender der Ortsgruppe Suhl der Deutsch Russischen Freundschaftsgesellschaft in Thüringen e.V. wurde ich im Artikel richtig zitiert, stehe zu den getroffenen Aussagen und unterstütze deutlich das „Pro“. von Herrn Peter Müller. 

Ich kenne Herrn Olaf Amm schon viele Jahre und bisher aus einer guten Zusammenarbeit. Meine Enttäuschung über sein „Kontra“ ist unbeschreiblich. Unverfrorener kann man nicht schreiben. Zwei Tage nachdem Herr Kleber im Einstieg zu den Nachrichten im ZDF über einen  Angriff der Nato und deutscher Truppen gegen russische Verbände in Estland informierte. Die Mitglieder der Ortsgruppe und viele Suhler Bürger betrachten das 50 jährige Jubiläum der Partnerschaft mit Kaluga sicher etwas anders als Herr Amm. Sie betrachten es als ihren zivilgesellschaftlichen Beitrag den Frieden in Europa zu sichern, Völkerverständigung zu praktizieren und persönliche Freundschaften zu pflegen. Was sollen die Bürger und Partner in Kaluga denken und fühlen wenn in Suhl ein Denkmal beseitigt wird, das auch bei ihnen Symbol vieler Erinnerungen und Freundschaften ist, das auch ihre Hoffnungen auf ein  friedliches Zusammenleben und Vertrauen in Europa trägt. Es werden politische Ereignisse aus der Zeit des Kalten Krieges herangezogen und gegen die Befreiungstat der Roten Armee aufgerechnet. Kein Wort zu den 27 Millionen Toten, kein Wort zu den 70 Tausend zerstörten Dörfern, kein Wort über das unsägliche Leid was den Völkern Europas angetan wurde, kein Wort über die Supergewinne der Suhler Rüstungsindustrie durch die Ausbeutung der Zwangsarbeiter.  Das Ehrenmal ist ein Symbol der Befreiung vom Faschismus und als solches vielen Suhlern Bürgern bewusst. Wer das Ehrenmal ins Suhl beseitigen möchte beseitigt auch die Erinnerung und das Gedenken. Unsachlich ist, dass die Keule der Kosten und des Geldes gezogen wurde. Vor Jahren gab es schon das Angebot den Obelisken für 3.800 € zur reinigen. Jetzt wird alles in einen Topf geworfen. Grünanlagen, Obelisk und Mauer, um es richtig teuer zu machen und den Bürger zu erschrecken. Es ist richtig, dass in Suhl das größte Denkmal Südthüringens steht. Das hat sicherlich historische Gründe. Es lässt den Schluss vermuten, dass mit der Einkreisung und Verringerung der Bedeutung von Suhl nun auch das Denkmal verschwinden soll. 

 

 

Mit freundlichen Grüßen

Hubert Heiderich

 

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Günter Guttsche

Hans-Loch-Strasse 53 

99099 Erfurt

 

 

Sehr geehrte Redaktion, 

Ich bin ernsthaft verärgert, dass am 6. April 2019 in Ihrer Ausgabe unter dem Titel
"Nachdenken über ein Denkmal: Sind die Kosten für die Sanierung des Ehrenmals gerechtfertigt?“ eine solche monetäre Argumentation vom Zaun gebrochen wurde, die mir widerstrebt als Argument für das Grauen zu dienen, welches vor nunmehr 80 Jahren über ganz Europa in Person deutscher Soldatenstiefel hereinbrach. Sind wir denn so geschichtsvergessen? Der Kontra - Beitrag lässt die Vermutung zu. Aus diesem Grunde möchte ich Ihnen meine Meinung nicht vorenthalten und mich speziell mit der Meinung des Herrn Amm, der ja Redaktionsleiter Ihrer Redaktion ist, befassen.
Ich finde den Artikel „Nachdenken über ein Denkmal“ vom  06.04.2019 zwiespältig. Er erinnert mich an Bilderstürmerei vergangener Epochen, die ja wohl auch heute noch anzufinden ist.   
Ich denke in diesem Zusammenhang an unseren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, der bereits 1984 auf das zu erwartende Vergessen des Menschengedenkens hinwies, als er die Worte ausrief: "Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft". Richtig, und dazu gehörten die Alliierten Kräfte, voran die Sowjetunion mit ihrer Armee. Warum wird diese historische Leistung nun in Suhl in Frage gestellt?. 
Nicht zufällig hat der Landtag 2015 beschlossen, den Tag der Befreiung fortan als Gedenktag in Thüringen einzuführen.  Auch dieses Mahnmal soll daran erinnern, dass das entscheidend Verbrecherische des Nazismus in der mörderischen Anmaßung gegenüber den Völkern anderer Länder, wie Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und den Osteuropäern, den Polen, Ukrainern, Belorussen, Litauern, Esten und Letten vor allem aber den Russen bestand und erst in dieser Folge es zu Flucht und Vertreibung vieler deutscher Landsleute kam. Von den insgesamt über 60 Millionen Opfern des verheerenden Zweiten Weltkrieges ganz zu schweigen. 
Bei allem kritischen Blick möge man doch bedenken, dass mit dem Mahnmal dem Tod von Millionen Menschen gedacht werden soll, denen Deutschland ab dem Jahre 1941 einen barbarischen Eroberungs- und Vernichtungskrieg aufgezwungen hat.
Mit dem Denkmal in Suhl wird nicht nur der Geschichte gedacht, es bürdet uns auch die Verpflichtung auf, gegenüber einer solchen Entwicklung niemals mehr zu schweigen und zuzulassen, dass die Welt wieder vor einen Abgrund getrieben wird. 
Das Denkmal soll und muss als Mahnmal auch den tausenden Bürger der ehemaligen Sowjetunion, Soldaten, Kriegsgefangene und Zwangsarbeitern gewidmet sein,  die überall auf dem Territorium Deutschlands  ums Leben kamen. Aus diesem Grund sollte die Stadtverwaltung Suhl aktiv werden und ein würdiges Umfeld für das Mahnmal schaffen. Die Verantwortung vor der Geschichte ist es wert.
Das angeführte Kostenargument wie auch der Verweis auf eine nicht existierende rechtliche Verpflichtung zum Erhalt dieses Mahnmals sind fragwürdig, vorgeschoben und nicht zielführend. Gegen eine solche Lesart lohnt es seine Meinung kundzutun. 
Ich unterstütze bewusst die im Pro Artikel geäusserten Gedanken.
Mit freundlichen Grüßen
Günter R. Guttsche

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